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stricken - häkeln - sträkeln


Unterscheiden und erkennen

"Strickt sie noch oder häkelt sie schon?"

Das fragt sich meine Familie oft, wenn sie mich tief versunken in meine Handarbeit auf meinem Lieblingsplätzchen antrifft.

Ein Blick auf meine Handarbeitsgerät verrät:

  • Ich stricke, wenn ich mit mindestens zwei glatten und vorne spitz zulaufenden Werkzeugen (Stricknadeln) hantiere.
  • Ich häkel, wenn ich ein Arbeitsgerät (Häkelnadel) mit einem Haken vorne in der Hand halte.

Grosse Bewunderung erhalte ich, wenn ich mit einem Nadelspiel stricke. Dieses besteht in der Regel aus fünf beidseitig spitz zulaufenden Stricknadeln. Das sieht extrem kompliziert aus, ist es aber nicht.

 


"Ist das Utensilo gestrickt oder gehäkelt?"

 werde ich oft von meinen Kundinnen gefragt.

 

Ich erstelle Handarbeiten in Grobstrick Optik. Was nicht bedeutet, dass alles gestrickt ist, es beschreibt lediglich das Erscheinungsbild der fertigen Handarbeit. Es kann durchaus auch gehäkelt sein.

Um den gewünschten Grobstrickeffekt zu erzielen, verwende ich Häkel- oder Stricknadel ab Stärke 10 und dicke Garne, gerne zweifach oder dreifach, gleichzeitig verarbeitet. Beim Stricken beschränke ich mich auf rechte und linke Maschen, beim Häkeln auf feste Maschen.

Das erleichtert das Erkennen der beiden Handarbeitstechniken am fertigen Produkt.


Ein Strickstück erkennen:

Werden in Hin- und Rückreihe ausschließlich rechte Maschen gestrickt, treten die bogenförmigen Rippen in den Vordergrund und beide Seiten erscheinen optisch identisch. Das Maschenbild heisst kraus rechts.

 

Mein Lieblingsmaschenbild für beidseitig verwendbare Produkte zum Beispiel meine Topflappen und Badvorleger. Das Strickstück wird voluminös und bleibt trotzdem weich und flexibel.

Optisch unterschiedliche Seiten erreiche ich durch abwechselnde Reihen rechter und linker Maschen. Auf der Vorderseite erscheinen die oben genannten V´s nebeneinander und übereinander.

Auf der Rückseite wellenförmige Bögen, herrlich, sie erinnern mich an Urlaub am Meer. Das Strickstück ist insgesamt nicht so voluminös aber optisch variabel. Dieses Maschenbild nennt man glatt rechts.

 

Diese Strickstücke sind meist in Länge und Breite leicht dehnbar. Für Handarbeiten die anschmiegsam und flexibel werden sollen, ist Stricken meine bevorzugte Technik.


Eine Häkelarbeit erkennen:

Gehäkelte, feste Maschen ergeben eine kompakte, gleichmässige Struktur, die kaum dehnbar ist. Vorder- und Rückseite sehen gleich aus. Das Maschenbild wirkt insgesamt lebhafter als bei Strickstücken.

 

Je dicker die verwendete Häkelnadel, desto deutlicher treten diese Löcher hervor.Ein Effekt, den ich für meine Windlichte  gerne nutze.

Bei meinen Körben und Utensilos bevorzuge ich auch das Häkeln, da sie einen gewissen Stand benötigen und formstabil bleiben sollen.


"Und was ist jetzt Sträkeln?",

fragst Du mich jetzt öffentlich, weil ich es in meiner Überschrift angekündigt habe.

 

Sträkeln, auch Knooking genannt, ist eine neuere Technik, bei der man mit einer besonderen Häkelnadel ein Maschenbild erzeugt, das aussieht wie gestrickt. Knooking ist die englische Bezeichnung für diese Technik, was sich aus Knitting (stricken) und Hook (Häkelnadel) zusammensetzt.

 

Im Grund ist es Stricken mit einer Häkelnadel. Der fertigen Handarbeit sieht man nicht an, ob sie gesträkelt oder gestrickt ist. Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass man einen Haken zum durchziehen des Garns zur Verfügung hat und nicht mit zwei Nadeln hantieren muss. Für alle die mit Stricken nicht zurechtkommen, eine schöne Alternative.

Sträkeln möchte ich in der nächsten Zeit unbedingt ausprobieren. Ich liebe es mich in eine neue Aufgabe hineinzufuchsen.

Eine Knooking Nadel habe ich mir schon besorgt, Garn liegt bereit.

Auf die erstaunten Gesichter meiner Familie freue ich mich schon jetzt, wenn es wieder heisst:

"Strickt sie noch oder häkelt sie schon?"

und meine Antwort lautet:

"Ich sträkel !"

Ich wünsche euch den Durchblick!

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